Pflegetipps japanischer Ahorne !
| 1. Ansprüche an den Standort |
| Japanische Ahorne eignen sich sowohl zur Einzelstellung als auch zur Kombination mit anderen Pflanzen. Aufrecht wachsende Arten erreichen im Laufe von 50 Jahren – je nach Boden und Standort – eine Höhe von 8-9 Metern. Viele Sorten, vor allem die Sorten aus der Dissectum-Gruppe, werden bei uns nicht höher als 4 Meter. |
| 2. Verwendung im Garten |
| Japanische Ahorne sind zur Einzelstellung, im Kübel auf der Veranda, als Blickfang auf dem Rasen oder zur Kombination mit anderen Pflanzen in einer Rabatte gleichermaßen gut geeignet. An einem Teich, an fließendem Wasser oder neben einem verschlungenen Gartenweg kommen sie besonders gut zur Geltung. Die großen aufrecht wachsenden Formen von Acer palmatum sind sehr vielfältig einsetzbar: als Hintergrundpflanzung für Steingärten oder Blumenrabatten, zur Anpflanzung in Gruppen als kleines Wäldchen ( dabei kombiniert man am besten mehrere verschiedene Formen miteinander ) und als hintere Abgrenzung eines Gartens. Auch kann man sie mit Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azaleen, Kamelien und Pieris, aber auch mit Zwergkoniferen oder mit zahlreichen verschiedenen Zwiebelpflanzen oder Stauden kombinieren. Die Ahorne vertragen sich gut mit den meisten Pflanzen, da ihre Wurzeln keine Konkurenz für sie sind. |
| 3. Pflanzung und Pflege |
| Die japanischen Ahorne sind einfach zu pflanzen. Sie haben keine tief in den Boden reichenden Pfahlwurzeln, sondern vorwiegend flache Faserwurzeln. Vor allem bei gleichmäßig feuchten Böden ist eine Wurzelkonkurenz weitgehend auszuschließen. Wegen Ihres flachen Wurzelwerkes passen sie auch in Pflanzgefäße aller Größen, wobei gleichmäßige Wassergaben jedoch lebenswichtig sind. Das Pflanzloch sollte daher flach und breit sein und mit reichlich Rindenhumus aufgebessert werden. Auf keinen Fall darf man die Bäume zu tief in den Boden setzen oder sie zu reichlich wässern. Bewährt hat sich auch ein andecken des Wurzelbereiches mit Mulch, wodurch die Wurzeln nicht so schnell austrocknen können und gleichzeitig werden die Wurzeln im Winter vor dem Frost geschützt. |
| 3.1 Das Mikroklima |
| Wie viele andere Gartenpflanzen reagieren auch die japanischen Ahorne auf besondere Wachstumsbedingungen, wie z.B. zugige Ecken, an denen die Blätter zum Teil vertrocknen oder im Winter durch den kalten Wind Rinde und Kambium beschädigt werden. Vor einer weißen Mauer gepflanzt wird das Laub durch die intensive Lichtreflektion und den Wärmestau verbrennen. Günstig ist es, die Ahorne in Wassernähe zu pflanzen, da bei einem leichten Spätfrost im Frühjahr das Wasser für einen Temperaturausgleich sorgt. Außerdem sollten sie im Frühjahr vor den ersten Sonnenstrahlen geschützt werden, um den Austrieb zu verzögern. Der frische Austrieb ist besonders gefährdet bei leichtem Frost und die Pflanze tut sich schwer, erneut austztreiben. Dieser Schutz kann durch eine geschickte Wahl des Standortes oder durch eine Strohmatte oder ein Fließgewebe erfolgen. Wenn man den japanischen Ahornen in den ersten beiden Jahren der Eingewöhnung ein wenig Aufmerksamkeit schenkt, passen sie sich an den meisten Standorten gut an. |
| 3.2 Böden |
| Der ideale Boden für japanische Ahorne ist ein sandiger Lehmboden mit durchschnittlich hohem Anteil an organischer Substanz. Ein guter Wasserabzug muß gewährleistet sein, stauende Nässe vertragen sie nicht. Man kann sie aber durchaus am Ufer eines Teiches oder Bächleins anpflanzen, wenn der Wurzelbereich ausreichend durchlüftet und dräniert ist. Das Mulchen des Wurzelbereiches ist sehr wichtig, da der Mulch feuchtigkeitshaltend ist und selbst im Sommer bei größter Hitze der Wurzelbereich kühl bleibt. Die sauren Böden, in denen Rhododendron gut gedeihen, sind für Ahorne ebenso geeignet. Extrem sandige Böden müssen mit reichlich Rindenhumus aufgebessert werden. |
| 3.3 Feuchtigkeit |
| Die japanischen Ahorne stellen keine ungewöhnlichen Anforderungen an die Feuchtigkeit. Das wichtigste ist eine gleichmäßige Wasserversorgung, das heißt: 1. Wenn der Ahorn an einem relativ trockenen Standort wächst, sollte er nicht in unregelmäßigen Abständen mit Wasser überschüttet werden. 2. Wenn er an einem Ort wächst, der im allgemeinen sehr feucht ist, darf er nicht plötzlich austrocknen. Die Feuchtigkeitszufuhr muß also immer konstant sein, egal ob sie groß oder gering ist. |
| 3.4 Düngung |
| Die japanischen Ahorne brauchen nicht viel Dünger. In der Regel ist es am besten, im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb mit einem organischen Volldünger in einer geringen Gabe zu düngen. |
| 3.5 Schnitt |
| Meiner Ansicht nach ist es ein großer Fehler, die Pflanzen nicht regelmäßig zu schneiden und zu formen. Der Hauptschnitt sollte während der Ruhezeit kurz vor dem Austrieb im Frühjahr erfolgen. Kleinere Korrekturen können dann zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden. Bei den Dissectum-Sorten müssen alle schwachen Zweige entfernt werden. Wenn die Krone zu struppig wird, ist der Baum anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Und - was vielleicht noch wichtiger ist - seine Schönheit kommt dann nicht zur Geltung. |
| 3.6 Kultur in Behältern |
| Die japanischen Ahorne lassen sich hervorragend in Gefäßen kultivieren. Sie brauchen nur wenig Pflege; man muß allerdings regelmäßig gießen, da die Pflanzen in Behältern natürlich rascher austrocknen als im Boden. Selbst alte Exemplare kann man auf Dauer in einem Gefäß kultivieren, wenn man sie ausreichend düngt, gießt und gelegentlich schneidet, um sie in die richtige Form zu bringen. Bei einem kalten Winter braucht der Ahorn im Wurzelbereich einen Schutzmantel. Die kritische Temperatur im Wurzelbereich liegt bei -10 °C. Unterhalb dieser Temperatur wird die Wurzel völlig zerstört. |
| Literatur: J.D. Vertrees – Japanische Ahorne – Ulmer Verlag Stuttgart, 1993 |