Pflegetipps Kamelien !

Kamelien in Haus und Garten
Die Heimat der botanisch zu den Teegewächsen zählenden Kamelien liegt in Fernost. In Japan, Nordkorea und Nordchina wachsen die Wildformen in lichten Bergwäldern. Sie überwintern unter zumeist hohen Schneedecken, auf denen es bis zu -40°C frieren kann. Mit der Schneeschmelze setzt die Blütezeit ein. Seit etwa 2000 Jahren werden sie in ihren Heimatländern kultiviert, gezüchtet und ausgelesen. Die Farben- und Formenvielfalt ihrer Blüten ist beachtlich. Weiße, rote, rosa – auch zweifarbige und neuerdings auch gelbe Blüten – begeistern jeden Pflanzenfreund. Ob einfach, halbgefüllt oder gefüllt, groß- oder kleinblumig, mit anemonen- oder rosenförmigen Blütenblättern, für jede Vorliebe ist die passende Kamelie zu finden. Vor etwa 250 Jahren gelangten erste Pflanzen nach Europa und wurden von zumeist wohlhabenden Sammlern in Parks und Orangerien gehalten.
Blütezeit : Die Blütezeit ist Sortenabhängig und variiert hinsichtlich der Wachstumsbedingungen, insbesondere der Temperaturen und der Lichtintensität. Die Hauptblütezeit der Topfkamelien liegt von Mitte Februar bis Ende März, die der Gartenkamelien von Ende März bis Anfang Mai. Die Sasanqua-Sorten blühen bereits in den Monaten Oktober bis Dezember.
Pflanzenkauf : Angeboten werden Pflanzen aus Italien und Frankreich, zum Teil auch aus Neuseeland. Diese Kamelien sind nur wenig an unser Klima angepasst. Insbesondere sollten Gartenkamelien aus deutscher Produktion stammen, da sie langsamer gewachsen sind und somit härter und unempfindlicher sind.
Gartenkamelien
Unsere winterharten Kamelien entwickeln sich auch in Ihrem Garten äußerst prächtig. An geschützten Standorten in Norddeutschland haben sie bisher alle Winter schadlos überstanden. Bereits vor vielen Jahren sind sehr gute Erfolge bei der Züchtung solcher robusten Kamelien erzielt worden. Das Sortenspektrum wurde ständig erweitert. Nur in äußerst strengen Wintern ist ein Schutz (Abdeckung mit z.B. Tannenreisig, Reetmatten, Vließstoff) zu empfehlen (keine Folie). In extremen Wintern, an ungeeigneten Standorten (Wintersonne, windexponiert) sind bisher nur selten Totalverluste aufgetreten – die Pflanzen trieben trotz Blattschäden wieder aus.
Unsere Empfehlungen:
Einkauf : Für die Freilandpflanzung möglichst ältere Pflanzen (über 4 Jahre alt) aus deutscher Produktion wählen.
Standort : Geschützt vor trockenen Winter-Ost-Winden. Absonnig im Winter. Viel Licht im Sommer (keine extreme Südseite) fördert den Blütenknospenansatz. Kamelien haben etwa die gleichen Wachstumsbedin-gungen wie Azaleen und Rhododendron.
Boden : Staunässe und alkalische Böden ausschließen. Kamelien bevorzugen einen leicht sauren (pH 4,5-5,5), durchlässigen und waldhumusartigen Boden. Rhododendron-Erde ist die ideale Bodenverbesserung.
Pflanzzeit : Im Frühjahr (spätestens Ende Juni), damit die Pflanzen während des Sommers gut einwurzeln können.
Pflanzung : Pflanzloch 2-4 mal so groß wie der Wurzelballen ausheben. Erde mit der Rhododendron-Erde verbessern ( 50:50). Ballen nur 2-3cm tiefer setzen als die Oberfläche. Gut andrücken und einwässern. Umpflanzung ist auch nach Jahren problemlos möglich.
Düngung : Wie bei Rhododendron. Organische oder organisch-minaralische Dünger bevorzugen.
Wir haben die besten Erfahrungen mit Plantosan gemacht. April/Mai: 20-30 g/m² Juni/Juli: wiederholen !
Formschnitt : Im Frühjahr (schon vor der Blüte) nur die aus der Form gewachsenen knospenlosen Triebe einkürzen. Nach der Blüte kann der gesamte Strauch beschnitten werden. Normalerweise entwickeln sich jedoch gut verzweigte Büsche, die bei ausreichender Düngung jährlich reich blühen.
Sonstiges : Schädlinge oderKrankheiten spielen kaum eine Rolle. Der Jahrezuwachs liegt bei etwa 10 cm. 15-20 jährige Kamelien erreichen Höhen von 2 m bei breitem Wuchs.
Spezielle Hinweise für Mittelgebirgslagen
Unter klimatisch härteren Wachtums-bedingungen wie z.B. in den Mittelgebirgen mit sehr früh einsetzenden Frostperioden und tiefen Wintertemperaturen sollten möglichst 4 Jahre alte Kamelien in der Zeit von April bis Ende Mai und nur an geschüzten Stand-orten in den Garten gepflanzt werden. Von November bis Anfang März ist es sinnvoll, den Wurzelbereich mit z.B. Kiefernmulch abzudecken, wobei die Schichthöhe 5-10 cm betragen sollte. Von Ende Dezember bis März schützt eine lichte Abdeckung aus Tannen- oder Kiefernzweigen, die neben die Pflanze in die Erde gesteckt und gegen die Pflanze gedrückt werden, vor Kahlfrösten. Bei Kamelien, die über den Winter in Töpfen oder Pflanzgefäßen bleiben sollen, ist zu verhindern, dass der Wurzelballen durchfrieren kann. Lösung: Pflanzen während Starkfrostperioden in ungeheizten Räume umstellen, alternativ das Gefäß mit einem Kokosmantel und Kokosfasern dick einfüttern.
Topfkamelien
Für die Verwendung im Wohnbereich werden vollknospige Pflanzen mit ersten farbezei-genden Knospen oder offenen Blüten erworben. Diese dürfen nicht sofort in normal geheizten, lufttrockenen Räumen aufgestellt werden, da sonst mit Blattfall und Knospen-abwurf gerechnet werden muß (Klimaschock). Optimal sind Temperaturen um 10° bis 15°C bei hoher Luftfeuchtigkeit von über 60% relativer Feuchte. Bevorzugt wird ein heller, nicht zu sonniger Standort - aber nie dicht an der Heizung. In voller Blüte ist auch der Wohnbereich geeignet. Dabei hält die Blüte länger, wenn die Pflanze nachts in kühlere Räume umgestellt wird. Ideale Standorte sind wenig beheizte Wintergärten oder auch ein frostfreies helles Treppenhaus. Der Wurzelballen ist stets mittel-feucht zu halten, bei Staunässe sterben die Wurzeln ab. Kein hartes Gießwasser über längere Zeit verwenden – Regenwasser ist bestens geeignet. Dankbar sind die Kamelien für regelmäßiges übersprühen der Blätter. Alle zwei Jahre wird umgetopft. Nach der Blüte ist ein Sommeraufenthalt im Freien nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai) bei Wechselschatten optimal. Wöchentliche Düngung ab Blattaustrieb bis Juli mit guten Flüssigdüngern (NPK + Spuren = z.B. Wuxal) bei halbierter Konzentration. Vor ersten Frösten an einen kühleren Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit umräumen.